21.12.2011
Die kommunalpolitische Arbeit war auch in diesem Jahr geprägt von langen – teilweise zu langen – Sitzungen, die aber fast ohne Ausnahme in einem vernünftigen Klima, geprägt von gegenseitigem Respekt stattfanden. Die konstruktive und Ergebnis – orientierte Zusammenarbeit im Gemeinderat über Partei – und Fraktionsgrenzen hinweg, erleichtert nicht nur der Verwaltungsspitze die Arbeit, sondern schafft vor allem die Basis für eine zielgerichtete und nachhaltige Kommunalpolitik. Wir Sozialdemokraten wollen und werden deshalb auch weiterhin als kritischer und manchmal unbequemer, aber immer berechenbarer und fairer Partner der Verwaltung und der anderen Fraktionen auftreten.
Das es durchaus erfolgreich sein kann, wenn der Gemeinderat konsequent und beharrlich arbeitet, zeigt sich jetzt, da die Ergebnisse der über viele Jahre geplanten Neugestaltung von Innenstadt und Güterbahnhof – Areal zunehmend sichtbar werden. Unsere Stadt häutet sich wieder und bekommt ein attraktiveres Gesicht. Wir freuen uns über diese Entwicklung, aber wir wissen auch, dass diese Freude auf keinen Fall zu Selbstzufriedenheit und zum Stillstand führen darf. Es gibt in der Innenstadt, aber auch in anderen Bereichen noch viel zu tun.
Zur weiteren Stadtentwicklung gehört übrigens auch der Beitrag, den unsere Stadt und unsere Region zum Einsatz erneuerbarer Energien leisten müssen. Der überfällige Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland in diesem Jahr rückt dieses Thema wieder in den Focus der politischen Diskussion. Wir müssen auch in unserer Region mit einem vernünftigen Mix aus Wasserkraft, Windkraft und Sonnenenergie sowie einem zeitgemäßen Energiemanagement bei öffentlichen Gebäuden die passenden Antworten geben.
Wir zählen sicher zu den Regionen, die von vielen anderen Menschen wegen der niedrigen Arbeitslosenzahlen und dem relativen Wohlstand beneidet werden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es auch in unserer Stadt Menschen mit geringem Einkommen und geringen Renten gibt, Damit wenigstens die kommunalen Angebote und Leistungen für diese Menschen etwas erschwinglicher werden, haben wir vorgeschlagen, in Gaggenau eine Sozialcard einzuführen. Mit dieser Karte kann man dann z.B. die Stadtbibliothek und der kommunalen Bäder zu ermäßigten Eintrittspreisen nutzen. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Initiative einen Beitrag dazu leisten kann, unsere Stadt etwas sozialer und gerechter zu machen.
Der demographische Wandel wird zunehmend zum zentralen Thema der Kommunalpolitik werden. Die Alterspyramide entwickelt sich bei uns besonders dramatisch, da in den 50 –er bis 70 –er Jahren sehr viele Menschen in Gaggenau Arbeit suchten und fanden, während in den Folgejahren viele jüngere Menschen nach Schule, Ausbildung oder Studium unsere Stadt verlassen haben. Wenn wir hier nicht konsequent gegensteuern, werden wir einen drastischen Bevölkerungsrückgang und eine sehr problematische Alterspyramide erleben. Deshalb müssen wir unbedingt darum kämpfen, wieder mehr junge Menschen und Familien mit Kindern als Neubürger zu gewinnen. Dazu gehören nicht nur neue Baugebiete und attraktive Kinderbetreuungsangebote. Wir müssen Antworten auf die Frage finden, warum jungen Menschen und Familien ausgerechnet nach Gaggenau ziehen sollen.
Deshalb muss sich die nächste Phase der Stadtentwicklung vor allem auch mit damit befassen, wir mit attraktiven Bildungs – und Freizeitangeboten, mit Jugendeinrichtungen, mit möglichen Alleinstellungsmerkmalen und vielen anderen Mosaiksteinchen ein Umfeld und eine Atmosphäre schaffen können, die den Erwartungen und dem Lebensstil jüngeren Menschen entgegenkommt. Wir werden hier die Initiative ergreifen und diese Themen auf die Agenda der nächsten Phase der Stadtentwicklung setzen.
Gerd Pfrommer
Fraktionsvorsitzender