Standortbestimmung mit Ute Kretschmer-Rische

Veröffentlicht am 13.09.2016 in Ortsverein
 

Die OV-Vorsitzende Gerlinde Stolle freute sich  bei der Mitgliederversammlung so viele Parteimitglieder begrüßen zu können, wie schon lange nicht mehr. Dies lag sicher auch daran, dass diesmal nicht die üblichen Rechenschaftsberichte und tagespolitischen Themen im Mittelpunkt standen, sondern ein Referat von Ute Kretschmer-Rische mit dem Titel „Wofür stehen wir?  SPD  - unsere Standortbestimmung und viele Blicke nach vorne.“

Das Referat und die anschließende Diskussion zeigte eine nachdenkliche, selbstkritische, aber keineswegs verzagte Sozialdemokratie in Gaggenau. Ute Kretschmer-Rische hielt kein traditionelles Referat, sondern sorgte mit Fragen an ältere und jüngere Mitglieder, aber auch an Mandatsträger immer wieder für Spannung und Spontanität. Ihre Botschaften waren dabei klar und deutlich: Die Partei sollte auf allen Ebenen vermitteln was sie will und für was sie steht. Sie muss sich eindeutige Ziele setzen und sich überlegen wie und mit wem man diese Ziele erreichen kann. Als Basis für eine erfolgreiche Arbeit identifizierte sie  Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein.

In der anschließenden Diskussion erläuterte Susanne Rodenfels am Beispiel TTIP, dass fehlende Informationen innerhalb der Partei dafür sorgen, dass man an der Basis zu wenige Fakten kennt, um fundiert argumentieren zu können. Heinz Goll wies darauf hin, dass sich die Partei schon in früheren Zeiten immer wieder damit beschäftigt war, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen. So hatten zum Beispiel am Anfang seiner politischen Arbeit, traditionelle Sozialdemokraten, Friedensbewegte und Umweltschützer intensiv und leidenschaftlich um den richtigen Weg gerungen. Gerd Pfrommer vertrat die Auffassung, dass sich die SPD ernsthaft mit Schwächen und Fehlern auf allen Ebenen befassen müsse, dass man dabei aber nicht depressiv werden dürfe. Schließlich habe man zum Beispiel bei zwei der drei letzten Landtagswahlen die führende Position verteidigen können. Hier in Baden-Württemberg war die Landtagswahl allerdings ein einziges Desaster, weil die SPD weder mit Personen noch mit Inhalten überzeugen konnte.

Natürlich spielten auch die Erfolge der AfD bei der Diskussion eine große Rolle. Ute Kretschmer-Rische zeigte auf, dass es der AfD – unabhängig von den Inhalten und dem Wahrheitsgehalt ihrer Botschaften – gelungen sei, die Wähler mit einer einfachen Sprache und mit emotionalen Botschaften zu gewinnen. Darüber hinaus habe natürlich das Erscheinungsbild der Bundesregierung der AfD das Leben leicht gemacht. Die Menschen erwarten gerade in unsicheren Zeiten von ihrer Regierung einen klaren Kurs und Führungskompetenz. Für das desaströse Erscheinungsbild sei natürlich in erster Linie Horst Seehofer mit seiner CSU verantwortlich, die sich mit ihrem aufgeregten und oberflächlichen Rumgejaule zum besten Wahlhelfer der AfD entwickelt habe. Gleichwohl sei natürlich auch die SPD als Koalitionspartner von der Enttäuschung der Wähler über die Regierungsarbeit betroffen.

OV-Vorsitzende Gerlinde Stolle bedankte sich bei Ute Kretschmer-Rische für die vielen hilfreichen Denkanstöße. Dass zumindest der Ortsverein in Gaggenau schon seit langem ohne interne Grabenkämpfe auskommt und vertrauensvoll zusammenarbeitet, zeigte sich auch bei den anschließenden Delegiertenwahlen. Mit überzeugenden Voten wurden Matthias Anselm. Maximillian Arnold, Heinz Goll, Gerrit Grosse, Christian Herborn, Peter Mann, Gerd Pfrommer, Magdalena Rieger, Susanne Rodenfels, Jürgen Schäfer, Gabriele Seifert, Brigitte Stähle-Rid, Gerlinde Stolle, Manfred Streibich und Berthold Wickersheimer gewählt.

Gerlinde Stolle ging dann noch auf das nächste Jahre ein, dass im Zeichen des 125-jährigen Jubiläums des Ortsvereines stehen wird. Bereits in Arbeit ist ein Kalender zum Jubiläumsjahr. Am 5. Mai findet dann im Sitzungssaal des Alten Rathauses von Bad Rotenfels ein Festakt mit Ehrungen statt, bei dem der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sprechen wird und am 18.November steht ein kultureller Beitrag des Ortsvereins im KlaG auf dem Programm.  Darüber hinaus wurde der Radlmarkt 2017 auf den 08.April terminiert.

 

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