Montag, 21. April 2008 11:55
Nachdem wir sowohl die alte als auch die neue Verwaltungsspitze immer wieder gebeten haben, Empfänger – orientierte Sitzungsvorlagen zu erstellen, damit die Gemeinderäte mit klaren Vorgaben entscheiden können, haben wir uns bei der letzten Gemeinderatsitzung zu einer anschaulichen Demonstration entschlossen. Konkreter Anlass war eine CD, welche die Verwaltung den Gemeinderäten zur Vorbereitung der Entscheidung für die Kinderbetreuungseinrichtungen zuschickte. Diese Info zu einem Tagesordnungspunkt ergibt ausgedruckt einen ganzen Aktenordner voll Papier. Dies ist aus unserer Sicht eine besonders raffinierte Form der Desinformation, weil die Verwaltung eine solche Menge an Informationen verschickt, die schlicht und einfach von Feierabend – Politikern nicht verarbeitet werden können. Wir denken, dass Kommunalpolitik immer dann erfolgreich ist, wenn Gemeinderat und Verwaltung konstruktiv zusammenarbeiten. Wir haben hierzu in Gaggenau keine schlechten Voraussetzungen, müssen aber ganz einfach in einzelnen Themen, wie z.B. der zielgerichteten Information der Gemeinderäte durch die Verwaltung noch deutlich besser werden.
Dabei ist die grundsätzliche Zielsetzung bei der Kinderbetreuung gar nicht umstritten. Wir sind gemeinsam mit der Verwaltung und den Gemeinderäten der anderen Parteien der Auffassung, dass unsere Stadt bei den Betreuungsangeboten eine Vorreiterrolle übernehmen muss. Ein gutes Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche ist nicht nur familienfreundlich und sozial, sondern macht eine Stadt auch als Wohnort für junge Familien attraktiv.
Um junge Familien anzuziehen, muss man allerdings auch für genügend bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigt der Hickhack um den Bebauungsplan Ittersbach II. Hier wurde – nicht zuletzt durch gravierende Fehler des Stadtplanungsamtes - eine Situation geschaffen, bei der man kaum noch einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Interessen der Anwohner und der Bauinteressenten zuwege bringen konnte. Die jetzt verabschiedete Lösung ist sicher verkehrstechnisch nicht ohne Risiken. Wir wollten aber aus diesem Bebauungsplan aber keine „unendliche Geschichte“ zu Lasten der Bauwilligen machen und denken, dass das neue kleine Baugebiet mit etwas gutem Willen aller Beteiligten durchaus funktionieren kann.